Donnerstag, 6. August 2009

Antwerp Ironman 70.3

Der Tag begann mit dem, was ich befürchtet hatte, aber was bis zuletzt eigentlich unwahrscheinlich erschien: Regen, Regen und nochmal Regen...ach ja, und kalt war es natürlich auch.
Egal, auf zum Bike Check-In. Dort konnte ich mich dann mal "frei machen", damit die Herren Kampfrichter meine Startnummer auf den Oberarm schreiben konnten. Das war mehr als sinnlos, denn
  • der Edding schrieb sowieso kaum
  • auf der nassen Haut hielt es sowieso nicht
  • da ich einen Neo und danach ein langes Shirt tragen würde, würde im Rennen diese Nummer niemals sichtbar sein.

Egal, Regeln sind Regeln.
Das war dann der Moment, ab dem ALLES an meinem Körper nass war, obwohl eigentlich eine gute Softshelljacke trug. Mein T-Shirt war vollgesaugt mit Wasser...also nun auf in den T1 und erst mal das Rad aufgebaut und alles, was ich brauchen würde, in eine Box und die Box dann in einen Müllsack, damit nicht alles nass wurde.

Meine Stimmung zu diesem Zeitpunkt war gefühlt auf dem Nullpunkt, was aber doch nicht der Fall sein konnte, da ich wenig später noch dermaßen durchgefroren war, dass es noch schlimmer wurde....Also tat ich im Startbereich das, was viele andere auch taten: Ich zog meinen Neo an und da dann eine Jacke drüber. So konnte man es aushalten, jedenfalls besser als mit nassen Trainingssachen. Bis zum Start war es noch über eine Stunde Zeit. Normalerweise werde ich vor einem Start immer recht nervös, dazu war aber meine Laune zu schlecht. Den Start der Profis und der ersten Waves war uninteressanter als ein Blick in die Wolken, denn diese Ansicht versprach Wetterbesserung.
Der Start erfolgte aus dem Wasser, welches wärmer als die Luft erschien. Ich schwamm bewusst langsam und locker, denn bei Kälte neige ich etwas zu Krämpfen.
Alles in allem war das Schwimmen unspektakulär. Der Wave-Start in Gruppen von ca. 250 Athleten verhinderte großes Gedränge.
Meine Schwimmzeit war zu meiner großen Überraschung fast 7 Minuten schneller als erwartet.
In der T1 musste ich dann entscheiden, was ich anziehen würde...Ich war optimistisch und verzichtete auf die Regenjacke, was sich nach einer halben Stunde dann als korrekt erweisen sollte.

Nun ging es mit auf zum zweiten Teil....ich habe die Strecke mit meinem Garmin Edge 705 aufgezeichnet:
Antwerp Ironman 70.3 Bike

Auf mit dem Büffel zum Hafen, aber zunächst in einigen 90-Grad-Kurven und durch einen 1km langen Tunnel aus der Stadt hinaus. Hier kam, was ich aus der Trainingsausfahrt und meinen Beobachtungen der Vortage schon kannte: Wind. Dieser Wind begleitete mich als Gegenwind bis km 30. Hier ging es dann bis zu einem Wendepunkt im Hafen zurück, um dann noch einmal die runde nördlich des Hafens zu durchfahren. Insgesamt waren ca. 30 Eisenbahnschienen zu überqueren. Diese waren zwar mit Matten abgedeckt, welche sich aber derart mit Wasser vollgesaugt hatten, dass sie rutschig wie Schmierseife waren. Außerdem ruckelte es immer noch. Hier gab es dann auch einige Strürze. Die im nördlichen Streckenteil vorkommenden engen Kurven waren gut kenntlich gemacht, was aber auch einige Mitstreiter nicht davon abhielt, sie "etwas weiträumiger" zu nehmen...worin das wohl endete, ist klar, oder?

Irgenwo zwischen der Verpflegunsstelle und dem Wendepunkt habe ich dann meine letzte Trinkflasche verloren. Das bedeutete, dass ich ca. 25m nichts zu Trinken hatte.






Naja, bei den Temperaturen ging es gerade so. Ich kann allerdings nicht beurteilen, wie sich das auf mein Laufen ausgewirkt hat, doch dazu weiter unten mehr.
Nach der zweiten Runde ging es dann auch schon wieder Richtung Innenstadt, jetzt mit Rückenwind. Allerdings waren die letzten 2km doch arg lästig, da diese auf kleinen und sehr ungleichmäßig verlegten Pflastersteinen zu fahren waren. Naja, nach weniger als 3 Stunden Fahrzeit war ich dann in der T2. Hier begannen leichte Anflüge von Krämpfen auf der Innenseite der Oberschenkel.







Das würde ja was werden....doch dann das Wunder: Ich lief von km zu km schneller und lockerer. Die ersten 10km waren in unter 51 Minuten absolviert. Danach wurde es aber wirklich hart, einmal musste ich gehen, da konnte ich einen Krampf nicht vermeiden. Insgesamt war es dann eine Laufzeit von knapp über 2 Stunden, womit ich sehr zufrieden sein konnte.
Hier noch die Steckenaufzeichnung (1 Runde):
Antwerp Ironman 70.3 Run




Fazit: Antwerpen ist bestimmt eine Stadt mit schönen Ecken. Ich habe davon den "Grote Markt" gesehen. Alles andere, was mit der Strecke zu tun hat, ist ein hässlicher Industriehafen und eine nette kleine Ortschaft außerhalb. Die Qualität der Straßen ist teilweise schlecht, punktuell als gefährlich einzustufen. Das Schwimmen war ok, der See zwar nicht sonderlich klar, aber auch nicht schlechter als das, was in Deutschland bei entsprechenden Veranstaltungen im Programm ist. Die Laufstrecke geht teilweise durch eine breite Einkaufsstraße, das war interessant, ansonsten auch mehr verwinkelt als man denkt durch Nebenstraßen. Alles in allem ist diese Veranstaltung ok, zumal Marc Herremans sich hiermit für eine wirklich gute Sache einsetzt.

1 Kommentar:

  1. Eine unglaubliche Leistung. Ich hätte bei allen Punkten mithalten können ausser natürlich beim Laufen. Bei Regen und Kälte ist jedes Triathlon eine Qual aber du hast das alles überwunden. Los geht's zum nächsten in Orlando. Jetzt hast du erstmal Blut geleckt... Gruss KB

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